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Das Surfen im Netz – wie anonym will ich sein?

Für das Bewegen im Internet und meine geldwerten Entscheidungen auf verschiedenen Seiten (Informationsbeschaffung, Bestellung, Abo, Einkauf, Angebot, Verkauf, usw) sollte aus unserer Sicht in etwa die gleiche Sensibilität gegenüber den eigenen Daten gelten wie im realen Leben: ich möchte anonym bleiben, bis ich aus freien Stücken mehr (von mir) preisgebe, um im Gegenzug dafür eine (Dienst-)Leistung zu erhalten. Was ist dafür nötig?

Die Privatspähre wird wichtiger – auch als Gut im Markt

Die moderne Browsergeneration gelangt langsam sebst zu der Erkenntnis, dass es nicht gut für Verbraucher sein kann, sich ständig für alle gläsern durch das Netz zu bewegen – die jüngsten Initiativen der führenden Hersteller (Google, Firefox, Apple) zeigen, dass Privatsphäre breiteren Raum bekommen soll – Verfahren wie die Intelligent Tracking Prevention (ITP) oder auch Googles Parallel Tracking sollen Nutzererfahrung und Nutzersicherheit fördern und dem wildwuchernden Tracking ein paar engere Grenzen setzen. Das ist ein guter Schritt für etwas mehr Initimität/Anonymität im Netz. Gleichzeitig wollen diese Anbieter Werbung im Netz definitiv nicht bekämpfen – in der Coalition for Better Ads, kurz CBA, wollen sich Firmen wie Google zwar auf bessere (= besser verträgliche) Werbeformate einigen, aber Werbung wird weiterhin ein entscheidender Motor für Inhalte und Neuerungen bleiben, und damit auch das Tracking/(Re-)Targeting von Nutzergruppen bis hin zur vollen Personalisierung von Werbung. Soweit, so ok. Solange man diesbezüglich eine klare Entscheidung für sich treffen kann. Sie wollen eigentlich nicht, dass große Firmen jeden Ihrer Schritte im Netz mitbekommen?

Es gibt verschiedene Wege, dem Datensammeln Dritter ein wenig Einhalt zu gebieten:

Die IP-Anonymisierung: Browsen mit speziellem Setup/Programmen, die Ihre eindeutige Kennung im Netz verändern, Ihre IP-Addresse – so z.B. VPN und TOR. Über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) können Sie sich über einen Bezahldienst eine andere formale Identität verschaffen, mit der Sie sich dann im Netz bewegen. Dies ist besonders interessant, wenn Sie meist mit einer statischen IP-Addresse unterwegs sind, also z.B. über einen Kabelanbieter. Achten Sie bei einem VPN-Anbieter darauf, was Sie brauchen: sind sie noch rein über IPv4 an das Netz angeschlossen oder sind Sie bereits auf dem Weg zu IPv6 (z.B. über einen Dual-Stack-Lite-Anschluss? Entscheiden Sie sich entsprechend für einen passenden Anbieter.

Die Anonymisierung Ihrer eindeutigen IP-Kennung im Internet ist alleine aber noch nicht ausreichend, um anonym unterwegs zu sein. Ihr Browser speichert nach wie vor viele relevante Informationen, die schlimmstenfalls Ihre gesamte IP-Anonymisierung kompromittieren. Es braucht also noch mindestens einen weiteren Schritt, der nicht minder wichtig ist: einen auf Privatspähre ausgerichteten Browser. Hier bietet sich das TOR-Projekt an, welches einen angepassten Firefox direkt zum Download anbietet, der „ab Werk“ nur so wenig wie möglich an Informationen beim Surfen preisgibt.

Alle führenden Browser bieten mittlerweile generell mehr Möglichkeiten, die Themen „Blockieren von Inhalten“, Cookies und Tracking zu justieren (so z.B. der Bereich des Content Blocking in Firefox oder ITP in Safari – nutzen Sie diese Einstellungen, blockieren Sie einfach mal alles und surfen Sie damit, um ein Gefühl dafür zu kriegen, ob Sie in Ihrem alltäglichen Surfverhalten eingeschränkt sind oder nicht. Falls nicht: lassen Sie die stärkste Stufe(n) aktiv.

Zuguterletzt seien zusätzliche Browserplugins erwähnt, um das Gesamtpaket abzurundenErweiterungen für Ihren Browser, die das (Cross-Site-)Tracking z.B. für Werbung erschweren bzw. eine feingranulare Steuerung zulassen. Einige interessante und vielfach genutzte Plugins sind so z.B. Ghostery, NoScript, HTTPS Everywhere, AdBlock (Plus). Neben VPN und TOR gibt es somit noch jede Menge weitere Wege, Ihr tägliches Surfen sicherer zu gestalten und beliebig viel Kontrolle zu behalten über das, was preisgegeben wird.

Wenn Sie alle Bereiche kombinieren, sollten Sie meistens auf einem guten, anonymisierten Weg durchs Netz sein. Völlige Anonymität werden Sie auch dadurch nicht erreichen, aber das Ziel ist es eher, das Datensammlen bewusst dort zu unterbinden, wo es noch nichts zu suchen hat: dem allgemeinen Surfen. Persönliche Daten etwa für eine konkrete Bestellung preiszugeben und dafür eventuell sogar einen Account auf einer Seite einzurichten, ist eine andere Sache.

Übrigens: Anonymität fängt dort an, wo individuelle Eigen- oder Angewohnheiten außen vor bleiben – wenn Sie also unsere hier genannten Tipps umsetzen, dann versuchen Sie doch direkt gleichzeitig, z.B. auf spezielle Browserthemes oder Fenstergrößen beim Browser zu verzichten (siehe „Window Resizer“-Plugins für Firefox und Chrome). Sie würden sich wundern, mit wie wenig Daten Sie bereits eindeutig im Netz identifiziert werden können!

Wir beraten Sie natürlich gerne zu allen Fragen rund um Ihre Privatsphäre und Anonymität im Netz!

 

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